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Advent und die Erwartung

Merry X-Mas oder wie ich das perfekte Weihnachtsfest suchen ging….

Alle Jahre wieder feiern wir den Advent. Dieses Wort bedeutet Ankunft und schon sind damit einige Erwartungen verknüpft. Schon ab Ende August lachen uns Spekulatius und Lebkuchen aus den Regalen an, um uns auf ein perfektes Weihnachtsfest einzustimmen.

 

Hat man in früherer christlicher Zeit einfach die Ankunft des Herren erwartet und danach gefeiert so ist es heute ein Konsumrausch und der christliche Gedanken ist fast gänzlich verloren gegangen. 

 

Auch ich nehme mich da nicht aus. Seit ich mit 20 Jahren meinen Sohn bekam, versuche ich das perfekte Weihnachtsfest zu organisieren.

Mein Idealbild einer gelungenen Bescherung ist wahrscheinlich eine Kombination aus einer frühkindlichen Erinnerung an Weihnachten bei den Grosseltern, über Weihnachtsfilme und Magazine die inspirieren und dich auffordern einen Deko-und Backmarathon zu starten. 

 

Doch leider ist es in vielen Jahren schon mal zum Fiasko gekommen. Einmal habe ich mit meinem Mann in der Stadt gefeiert und das Essen vergessen.

Einmal durften meine Eltern nicht mitfeiern weil sie davor mit meiner besseren Hälfte gestritten hatten. Auch traurig.

Mein Mutter kam jedes Jahr mit einem riesigen Seufzer zur Tür herein und sagte: „ Puh Gott sei Dank ist Weihnachten bald vorüber, ich halte das schon nicht mehr aus, ewig diese Musik und diese Beleuchtung“ ich hatte aber die ganze Arbeit und sie durfte nur geniessen. Meine Enttäuschung war mir sicher anzumerken.

 

Ich habe Vorschläge für eine andere Art des Feiern gemacht und bin damit nicht auf Gegenliebe gestossen. Ich habe fremde Menschen (also nicht Familie) eingeladen zum Mitfeiern um alles etwas aufzulockern.

Ich habe mir wunderbare  5 Sterne Menüs ausgedacht und gekocht, aber keine leuchtenden Augen damit erreicht. Meine Familie schätzt eher die traditionelle Küche.

 

Überhaupt ist alles mit sehr viel Arbeit (putzen, dekorieren, einkaufen, kochen, organisieren, etc…) verbunden, man trägt liebevoll Einkaufstasche um Einkaufstasche nachhause, nur um sich nachher über die Müllberge zu wundern.

 

Trotzdem liebe ich Weihnachten, mit den tollen Lichtern, den Düften, dem Kitsch und die Kleine in mir wünscht sich immer noch ein perfektes Weihnachtsfest, mit glücklichen, dankbaren Gesichtern und viel Harmonie und Wertschätzung.

 

Ich bin schon sehr gespannt auf das heurige Weihnachtsfest, dieses wird meine Schwiegertochter ausrichten, ich habe nach 34 Jahren das Zepter aus der Hand gegeben und lasse mich einfach überraschen und werde dankbar geniessen.

 

Vielleicht werden meine Erwartungen für ein perfektes Weihnachten erfüllt, wenn ich dafür nicht mehr selbst verantwortlich bin und mein Anspruch an mich selbst nicht mehr der Maßstab ist. 

 

 

In diesem Sinne wünsche ich natürlich Euch Allen, aber im speziellen den Frauen ein fröhliches, gelungenes Weihnachtsfest und lasst die Perfektion einfach über die Feiertage im Keller.

 

 

grow to go - Coach, Claudia Hummelbrunner

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